Stolz oder Stoiz

„Ich möchte gern, dass man Stolz als eine edle Eigenschaft der Seele ansähe; als ein Bewusstsein wahrer innerer Erhabenheit und Würde; als ein Gefühl der Unfähigkeit, niederträchtig zu handeln.“

Adolph Freiherr Knigge: Über den Umgang mit Menschen. Anmerkung: „Knigge“ ist nicht als starre Anstandsregel zu betrachten, vielmehr ist es der passende Umgangston im Bezug zum Mitmenschen.

Der Stolz wird in zwei Formen unterteilt: eine gesunde und eine kranke, das heißt neurotische Form, zum Beispiel propagiert von Karen Horney in ihrem Buch Neurose und menschliches Wachstum: Neurotischer Stolz ist es, wenn man stolz auf etwas ist, was man nicht selber geschaffen hat, oder eine andere neurotische Form ist natürlich auch, Leistungen erbracht zu haben, die gegen die Menschen gerichtet sind, zum Beispiel stolz zu sein, möglichst viele Leute betrogen zu haben. Gesunder Stolz liegt jedoch vor, wenn man etwas für sich (beispielsweise Ablegen einer Lehre, Studium), oder für die Gemeinschaft geleistet hat.

Mein Kommentar:

In den klassischen Texten ist Stolz als Hochmut beschrieben – der Vokabel wird im täglichen Sprachgebrauch gern nach Knigge verwendet – entsteht hierdurch in so manchen (vielen) Schriften gewisse Lücke der Definition Stolz an und für sich?  Bleibt aber die Unterscheidung gesunder (guter) und kranker (schlechter) Stolz, wie er auch nach Karin Honey bezeichnet wird oder wie hier auf WordPress (Stolz präsentiert von WordPress) sich von selbst als gesunder Stolz verstünde.

Beim „Däumchendrehen“, frei nach Knigges Überlegungen: … oder fehlte es lediglich an der richtigen Schreibweise wie Aussprache, nämlich nicht Stolz, sondern Stoiz(ismus) ohne ‚-ismus’ 😉 und somit ein Wort, das Unterscheidungen von Stolz mit Beiwort überflüssig machten. Der Mensch ausgeprägten, von Natur mitgegebenen Selbstwertgefühls, wäre somit aber kein Stoiker – ebd. charakterisiert ein ‚Stoizer’, z. B.: Sein Hobby – sein Stoiz (nicht Stolz). Ebd., Stoiz , so, wie es eigentlich im mündlichen Sprachgebrauch ohnehin oft ausgesprochen wird.

Jahr 2018

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